Kann man auf einer Singlebörse wirklich den Partner für’s Leben kennenlernen?

In unserer Gesellschaft scheint es zunehmend schwieriger zu werden, den passenden Partner fürs Leben zu finden. Oft binden wir uns aus biologischen Gründen an die Falschen oder wissen schlichtweg nicht, wo wir nach dem oder der Richtigen suchen sollen. Frustrierte Singles melden sich dann nicht selten bei Singlebörsen an, um hier genau nach ihren Wünschen suchen zu können. Doch nicht immer haben angemeldete Menschen dort eine feste Partnerschaft im Sinne.

Viele wollen eine rein körperliche Beziehung eingehen und auch Vergebene, die nach etwas Abwechslung in der Beziehung suchen, findet man hier nicht selten – wobei nicht alle dies zugeben.

Die Suche über Singlebörsen im Internet ist also nicht zwangsläufig einfacher, birgt aber ganz andere Schwierigkeiten, als die Partnersuche im „richtigen Leben“. Hat der vermeidliche Partner fürs Leben zum Beispiel ein schlecht getroffenes Foto als Anzeigebild gewählt, schreiben wir ihn nicht an – denn leider zählt auch hier der erste Eindruck. Auch die Selbstdarstellung im Profil kann ganz anders sein, als die Person selbst. Schließlich möchte sich jeder von seiner besten Seite zeigen und möglichst attraktiv wirken.

Der „spontane und sportliche Abenteurer, der gerne reist“ ist dann vielleicht doch nur eine Couch-Potato, die am liebsten Fifa auf der Konsole spielt. „Die aufgeweckte und fröhliche Studentin“ ist in Wirklichkeit vielleicht schüchtern und verbittert. Ist es denn dann überhaupt möglich den Partner fürs Leben in einer Singlebörse zu finden?

Je älter wir werden, desto schwieriger fällt die Partnerwahl

Junge Menschen – Teenager und junge Studenten – gehen oft viel entspannter an die Partnersuche. Sie probieren es aus und lassen sich eher auf eine Beziehung ein. Wenn es klappt, klappt’s und wenn nicht, dann eben nicht. Ab 30 läuft die Partnersuche bei vielen aber anders ab.

Man sucht gezielter, weiß was man will, weil man sich selbst besser kennt. Gerade Frauen fangen dann an ihre biologische Uhr ticken zu hören. Man sucht nicht nur für sich einen Partner, sondern auch potentiellen Partner für die Kindererziehung, Gesellschaft für bis zu 20.000 gemeinsame Mahlzeiten, Urlaubsbegleitung für 100 Urlaube, den besten Freund, Karriereberater und, und, und.

Der perfekte Partner muss dann ganz schön viel leisten und die Ansprüche wachsen. Je länger man Single ist, desto schlimmer wird es außerdem, sich auf den Partner umzustellen. Womöglich in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen und alle Herausforderungen zu meistern, die eine Partnerschaft mit sich bringt.

Die Zeit, um etwas Auszuprobieren, haben wir dann auch nicht mehr. Oft fehlt uns auch der Mut, wenn wir nicht auf Anhieb den Traumpartner in dem Gegenüber erkennen können. Auch der Wunsch Anzukommen wird stärker. Trotzdem können die wenigsten Singles überhaupt genauer definieren, welche Beziehungsvorlieben sie haben.

Oft verändern sich diese Vorlieben auch im Laufe der Beziehung. Singlebörsen können dabei helfen sich selbst in kleinen psychologischen Tests besser kennen zu lernen und zu verstehen, was für einen Partner man sich wünscht und was man vom Leben erwartet. Im besten Fall bekommt man sogar Partnervorschläge, die in dieses Bild passen könnten, ähnliche Wünsche und Vorstellungen vom Leben haben.

Jeder tickt und flirtet anders
Sicherlich hat nicht jeder Erfolg, der den Versuch wagt seinen Partner fürs Leben in einer Singlebörse zu finden. Denn wir alle ticken anders, flirten anders und lieben anders. Gerade wer schüchtern ist und sich nicht traut interessante Menschen im Café, U-Bahn oder auf der Arbeit anzusprechen bekommt durch Singlebörsen und der geschaffenen Distanz schnell einen deutlich leichteren Start geboten. Eine Abfuhr ist hier deutlich weniger schmerzvoll und unser Selbstbewusstsein wird weniger stark davon geschwächt.

Oft kann der einfache Grund für eine Abfuhr im Alltag sein, dass der Mensch vergeben ist – was wir auf den ersten Blick ja leider nicht erkennen können. Der Mut ein weiteres Mal auf jemanden zuzunehmen, fehlt den meisten von uns dann. Ein geschriebener Flirt fällt den meisten Menschen einfacher. Die Distanz schafft Sicherheit und nach einer Abfuhr versuchen wir es trotzdem erneut bei einer anderen Person.

Aber mit der Distanz kommt auch ein großes Problem: Denn sollte es nach einigen Chats dann zu einem Treffen kommen, ist die Enttäuschung oft vorprogrammiert, da man sich vieles anders vorgestellt hat. Denn ein Foto ist etwas anderes als einem Menschen gegenüberzutreten, geschriebene Texte sind anders als Gespräche. Garantiert ist vor so einem „Blind Date“ auch die Nervosität größer – auch dann, wenn man sich von Fotos kennt. Denn die können heute auch stark bearbeitet sein… .

Das kann für einen Selbst ein Pluspunkt sein, da nicht in erster Linie Äußerlichkeiten entscheiden und man sich Selbst besser darstellen kann. Doch ebenfalls ein großer Nachteil, wenn der potentielle Partner dadurch direkt enttäuscht ins erste Date startet.

Kein Allheilmittel für die Liebe

Kurz gesagt: Die Frage lässt sich nicht pauschal für jeden beantworten. Einige Beispiele beweisen, dass es definitiv möglich ist sich im Internet zu verlieben und sogar den Partner fürs Leben zu finden. Aber so wie sich nicht jedes Paar in der Disco kennen lernen wird, nicht jedes im Schwimmbad oder beim Sport, ist auch eine Singlebörse nicht für jeden die ultimative Lösung.
Wer allerdings auf der Suche ist, sollte definitiv auch den Singlebörsen eine Chance geben und somit seine Erfolgschancen auf allen Ebenen maximieren. Das heißt ja nicht, dass man im Alltag nicht auch trotzdem noch die Augen offen halten kann.

Denn wer weiß, was das Schicksal sich für Sie und ihren richtigen Partner ausgedacht hat? Vielleicht sind genau Sie ja der richtige Partner für Jemanden der bei einer Singlebörse bereits verzweifelt sucht?! Verlieren kann man jedenfalls nichts und ein Versuch ist es allemal wert.

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